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Einwegsäcke bei den grossen Supermärkten kosten seit ein paar Monaten fünf Rappen, Plastikröhrli werden bald verboten sein, Ohrenstäbchenschäfte werden neu aus Papier hergestellt – in den letzten Jahren wird dem Thema Plastik mehr kritisiert den je und Alternativen gesucht. Weshalb ist Plastik so umweltschädlich und was kann jeder einzelne für eine etwas plastikfreiere Welt beitragen? Ich zeige dir Alternativen auf, die du vielleicht schon das ein oder andere Mal im Supermarkt oder in einer Freshbox entdeckt hast.

 

Bye Bye Plastik

Herr und Frau Schweizer gehören beim Plastikverbrauch zu den Topländern, beim Recyclen sind wir jedoch nicht vorbildlich. Wir verbrauchen dreimal so viel Plastik wie andere EU-Ländern, recyclen aber nur gute 30%. Pro Kopf sammeln sich rund 125 Kilo Plastikmüll an. Plastik ist in vielen Produkten enthalten, bei denen es einem gar nicht bewusst ist. Oder hast du dir schon einmal Gedanken gemacht, dass in deinem Gesichtspeeling winzig kleine Plastikteilchen enthalten sind, so ins Abwasser gelangen und schlussendlich in den Meeren dieser Welt? Dreiviertel des Mülls in den Meeren besteht aus Plastik. Leider gibt es in der Schweiz kein einheitliches Recyclesystem für Plastik und es gibt nur wenige Aufbereitungsanlagen. Jetzt reagieren die ersten grösseren Supermärkte der Schweiz. z.B. Coop bietet Bio Äpfel in Grasschalen an, Lidl möchte bis 2019 sämtliches Einwegplastik wie Ohrenstäbchen, Röhrli und Einwegbesteck aus dem Sortiment nehmen oder durch eine umweltfreundliche Alternative ersetzen.

 

Freshbox und Plastik

Unser Team ist bemüht so wenig wie möglich Plastik zu verwenden und arbeitet stets daran unser Plastikverbrauch zu minimieren. Seit einiger Zeit lassen wir die Cellophanfolie bei unseren Freshboxen weg und ersetzen diese mit Papier oder verpacken Früchte wie Trauben, Mirabellen und Co., die früher in Plastiksäckli oder Plastikschälchen waren, selbst in Papiertüten ab. Zudem ist unsere Freshbox-Verpackung aus 100% recycletem Karton aus der Schweiz und wird auch nach dem Gebrauch weiter recyclet. Ein Grossteil unserer Produkte kommen in Mehrweggebinde (IFCOS) und verpacken diese loose in unsere Freshbox. Auch Früchte, Gemüse und Co. bleiben dank unserem internen Systems kaum übrig. Wir können stückgenau berechnen wie viel Ware wir pro Tag brauchen. So benötigen wir auch kein Lager und kaufen täglich frisch bei unseren Produzenten oder direkt auf dem Engrosmarkt in Zürich ein. Unsere Snackboxen können mehrmals benutzt werden, sind ohne Weichmacher und eignet sich perfekt als Transportbehälter für Snacks to go. Ein 100% plastikfreies Unternehmen sind wir noch nicht – aber wir sind auf dem besten Weg dorthin und arbeiten jeden Tag daran.

Alternativen zu Plastik

Netze aus Holz

Holz ist ein echtes Allroundmaterial. Mit der sogenannten Double-Twist-Technologie kann ein reissfestes Netz hergestellt werden und besteht aus 100% abbaubaren und kompostierbaren Materialien.

Netze aus Holz | Magazin Freshbox

Foto: VPZ

Papierschalen aus Gras

Durch das Beimischen von Grasbellets bei der Kartonherstellung kann  der Holz-Frischfaser-Anteil um 40% reduziert werden. Zur Zeit gibt es noch keine Verpackung, die aus reinem Gras besteht. Reines Gras als Material ist zu instabil und brüchig. Gras ist nicht nur ein schnell nachwachsender Rohstoff, sondern benötigt weniger Wasser und Energie bei der Herstellung als Frischfaser oder Altpapier.

Quelle: Creapaper

Quelle: Creapaper

Folie aus Milch

Du hast richtig gelesen – mit Milch kann man Folie produzieren. In der Milch enthaltenen Casein-Proteine wird durch ein spezielles Verfahren zu einer Folie gepresst. Das Spezielle: Die Folie kann mitgegessen werden und ist sogar luftdurchlässiger und strapazierfähiger als sein umweltschädlicher Plastik-Bruder.

 © American Chemical Society/Screenshot Youtube, Quelle: stern.de


© American Chemical Society/Screenshot Youtube, Quelle: stern.de

Gemüse erhalten Tattoos

Vor einiger Zeit habe ich bereits über tätowiert Gemüse berichtet und erklärt, weshalb vor allem Bio-Produkte oft in Plastik eingehüllt sind – hier geht’s zum Beitrag ‚Schon bald gibt es tätowiertes Gemüse‘.

Es gibt übrigens auch sogenannten Bio-Plastik. Man könnte meinen, dieser sei bestimmt umweltschonender als normaler. Falsch gedacht – dank der schlechteren Reissfähigkeit des Bio-Plastiks, der meist auf Mais oder Zuckerrohr hergestellt wird, braucht man für die gleiche Stärke rund 30% mehr Bio-Plastik als herkömmlicher. Zudem kann die Anbaufläche nicht mehr für die Lebensmittelproduktion genutzt werden.

Was haltet ihr von den Alternativen? Kannst du dir vorstellen Produkte in Milch-Folie verpackt zu kaufen?

Quellen: swissinfo.ch, utopia.de

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